Über mich
Wenn Gestalten keine Freude bereitet, warum sich dann die Mühe machen?
Man kann selbst bei ernsten und schwierigen Themen Spaß haben, was das Erarbeiten (meiner Meinung nach) auch vereinfacht.
Ich fühle mich befreit vom alltäglichen Stress, der Angst, und den mich überfordernden Stimuli, wenn ich Spaß habe. Deswegen gestalte ich. Das Format, dass mir die meiste Freude macht, sind digitale Collagen- so würde ich es beschreiben. Sich die Zeit nehmen verschiedene Bilder zu finden, diese auszuschneiden, zu verformen, zu verzerren, und für den eigenen Zweck zu transformieren - das ist schon fast meditativ. Ultimativ will ich immer etwas mit meinen Werken vermitteln. Sei es einen Anschub zur Reflektion, oder informativ über mir naheliegende Themen. Doch egal wie ernst die Thematik, es sollte immer Raum für Humor bleiben.
Christian Dietrich Grabbes: „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ knüpft daher passend an meine Mappe an. Grabbes eigenes Leben war ziemlich tragisch. Keines seiner Theaterstücke wurde zu Lebzeiten aufgeführt, und erst post mortem wurde seine Kunst anerkannt. Im Stück lässt Grabbe seinen Frust aus: Er führt einen satirischen Angriff auf alles, was ihn zu seiner Zeit verärgert hat. Der Adel, die Presse, Bildung, Kunst, Religion. Über so ziemlich alles macht er sich lustig. Als Tragik-Komödie endet das Stück jedoch nicht mit einer Katastrophe, es gibt ein Happy-End.
Letztendlich war Grabbes Werk, so wie ich meine Werke nutze, ein Ventil für die Frust. Ein Auslass für Emotionen welche schwer durch reine Diskussion zu verarbeiten sind. Ich experimentiere. Manche Versuche sind schwächer als andere. Doch Versuchen ist menschlich, und ohne es lernt man nicht. Niemals will ich Meister in allem sein, doch immerhin will ich alles probiert haben.